Hersfeld-Rotenburg. Welche Herausforderungen und Chancen die Energiewende an die Politik und die Gesellschaft stellt, wurde im Rahmen einer Kreisvorstandskonferenz der Jungen Union (JU) Hessen in Fuldatal im Landkreis Kassel gemeinsam mit Mark Weinmeister, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz diskutiert. Weinmeister berichtete, dass die Landesregierung die künftige hessische Energiepolitik auf Grundlage des von Ministerpräsidenten Volker Bouffier einberufenen Energiegipfels ausrichten werde. Der Endenergiebedarf in Hessen soll dabei möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 gedeckt werden. Das größte Potenzial habe nach Weinmeisters Angaben die Windkraft, daher werde das Land die Vorrangflächen zur Nutzung von Windenergie auf 2 % der Landesfläche ausweiten.
"Das Thema Windenergie wurde innerhalb der Jungen Union in den vergangenen Jahren stets kontrovers diskutiert", so Christian Eckhardt, Kreisvorsitzender der Jungen Union Hersfeld-Rotenburg. "Priorität für die Junge Union hat weiterhin der Schutz der Natur- und Kulturlandschaft im Landkreis." Dies schließt in Anbetracht der Energiewende und dem Aus der Kernenergie den Ausbau der Windenergie im Landkreis jedoch nicht mehr aus. Für die Junge Union habe dabei die Akzeptanz der Bevölkerung eine herausgehobene Bedeutung, die nur durch transparente Entscheidungsfindungen und Bürgerbeteiligungsverfahren vor Ort erreicht werden könne. "Der Bau von Windkraftanlagen kann nur dann umgesetzt werden, wenn den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mehr Mitspracherecht und Beteiligung eingeräumt wird", so die Position der CDU-Nachwuchsorganisation. "Wir erwarten nun von der Regionalversammlung Nordhessen und den Entscheidungsträgern, dass in gemeinsamer Verantwortung mit den demokratisch legitimierten Kommunalparlamenten vor Ort eine breite Diskussionsgrundlage zur Ausweisung von Windvorrangflächen im Kreisgebiet und den Gemeinden geschaffen wird", so Eckhardt.
Als Kriterium zur Ausweisung von Windvorrangflächen sieht die Junge Union nicht nur das Windaufkommen, sondern insbesondere auch die Einhaltung von Abstandsregelungen zu Wohngebieten und die Möglichkeit zur Konzentration von Anlagen zu Windparks, ohne die Landschaft mit Windrädern zu "verspargeln". "Weiterhin spricht sich die Junge Union deutlich dafür aus, dass neben naturschutzrechtlichen Aspekten das Schutzgut Mensch bei Entscheidungsverfahren deutlicher in den Fokus rückt", erklärt Robert-Helge Patry, Beisitzer im JU-Kreisvorstand. "Die Entscheidung des hessischen Energiegipfels, die Nutzung der Windkraft auch im Wald durch die Bereitstellung geeigneter landeseigener Waldgrundstücke voranzutreiben, wird von der Jungen Union Hersfeld-Rotenburg daher klar unterstützt, um den Energiebedarf in Zukunft aus erneuerbaren Energien decken zu können und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, so Patry abschließend.
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