Offener Brief an den Fraktionsvorsitzenden der Rotenburger SPD Wilfried Pfister von Jonas Rudolph, dem Vorsitzenden der Jungen Union Rotenburg a. d. Fulda:
Sehr geehrter Herr Pfister,
die Junge Union Rotenburg an der Fulda ist enttäuscht über Ihre Absage. Zugleich müssen wir unser Unverständnis über die Begründung ausdrücken. Es ist für uns unverständlich, dass Sie ein öffentliches Treffen, das einzig der Übergabe der zusammengetragenen Wünsche dient, scheuen, und gleichzeitig in Ihrem offenen Brief fordern wir sollen Ihnen diese Wünsche schriftlich zukommen lassen.
Die Junge Union ist die Jugendorganisation der CDU. In der Jungen Union engagieren sich junge, politikinteressierte Menschen, die sich mit ihrer Stimme und ihrem Tun aktiv für die jeweilige Kommune, das Land und die Bundesrepublik einsetzen. Diese Menschen teilen zweifelsohne eine christdemokratische Grundeinstellung. Die jungen Menschen in der Jungen Union sind aber nicht zwangsweise CDU-Mitglieder.
Insbesondere im Stadtverband Rotenburg sind lediglich ein Drittel der aktiven Mitglieder auch gleichzeitig CDU-Mitglieder. Die anderen zwei Drittel sind durchaus bewusst bisher keine CDU-Mitgliedschaft eingegangen. Die Junge Union Rotenburg versteht sich als eine Plattform für junge, interessierte Menschen, die mitreden und mitgestalten wollen anstatt ständig nur zuzusehen und hinzunehmen. Dieses Konzept einer politischen Jugendorganisation scheint die Rotenburger SPD noch nicht verstanden zu haben. Der Vorwurf einer parteipolitischen Inszenierung ist in zweierlei Hinsicht Blödsinn. Erstens, wir sind gar keine Partei, sondern eine politische Jugendorganisation. Zweitens, sollten wir an einer parteipolitischen Veranstaltung der CDU teilnehmen oder diese gar mitgestalten, würden wir keinen Vertreter der SPD einladen.
Wir möchten Ihnen deswegen noch einmal erklären worum es uns bei der ganzen Aktion überhaupt geht. Wir haben bei der Einkaufsnacht alle Rotenburgerinnen und Rotenburger dazu eingeladen ihre persönlichen Wünsche für ihre Stadt und deren Ortsteile niederzuschreiben und ihnen somit gleichzeitig versprochen diese Wünsche im Anschluss an alle Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung sowie den neu gewählten Bürgermeister zu übergeben. Am Abend der Einkaufsnacht bekamen wir ein durchweg positives Feedback. Diese Aktion wurde von einigen jungen und engagierten Leuten mit viel Elan und Herzblut durchgeführt. Zwei von uns trotzten sogar in Engel- und Weihnachtsmannkostüm der Eiseskälte. Bei der Auswertung und Zusammenstellung der zahlreichen Wünsche, reifte unser Plan einer Übergabe, samt Foto und Pressebericht als gelungener Abschluss dieser Aktion. Unsere einzige Angst galt dabei der Terminfindung. Nicht im Entferntesten haben wir an eine Absage einer Fraktion gedacht. Wir hatten zu keiner Zeit den Plan ein derartiges Politikum daraus zu machen. Das tun Sie jetzt mit Ihrem offenen Brief.
Ihre Absage Herr Pfister, damit gleichzeitig die Absage der SPD-Fraktion, ist eine Absage gegen die Junge Union. Sie ist aber auch gleichzeitig eine Absage gegen alle jungen, politisch interessierten und engagierten Menschen in Rotenburg. Und nicht zuletzt ist sie eine offene Absage gegen die Wünsche aller Rotenburgerinnen und Rotenburger. Wenn die Rotenburger SPD sich weiterhin auf die „stille Post“ in Rotenburg verlassen möchte, kann sie das gerne tun. Sie teilen in Ihrem Brief ja offen mit, dass die Rotenburger SPD auch ohne Nachfrage den anscheinend einzigen Wunsch aller Rotenburgerinnen und Rotenburger ohnehin schon weiß. Unsere Art und Weise sich einzubringen, mitzumischen, mitzureden und mitzugestalten sieht anders und weitaus offener aus. Deswegen können Sie sich schon jetzt auf die weiteren Aktionen der Jungen Union Rotenburg freuen.
Aber wir können Sie auch beruhigen Herr Pfister. Wir senden Ihnen natürlich die gesammelten Wünsche zu, zum Wohle unserer Stadt. Und wir werden Sie auch bei passender Gelegenheit wieder einladen, vielleicht überlegen Sie dann zweimal ob Sie absagen.
In diesem Sinne verbleibt auch die Junge Union Rotenburg mit den freundlichsten Grüßen und den besten Wünschen für eine ruhige Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2012.
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